Investment-Fonds I Hedgefonds I Aktienfonds I Rentenfonds I Impressum/Copyright/Nutzungsbedingungen/Literaturverzeichnis
Ein Investmentfonds ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Kapitalsammlung
Kollektive Kapitalanlage
Risikostreuung und
Fremdverwaltung.
Kapitalsammlung:
Bevor eine Investmentgesellschaft tätig werden kann, muss sie zuerst Kapital einsammeln. Adressaten der Kapitalaufbringung sind viele Anleger, die Teile ihres gesparten Geldes in den Investmentfonds einbezahlen.
Für die Höhe ihrer Einlage erhalten die Anleger Investmentfondsanteile (auch Anteilsscheine oder Fondsanteile genannt), entweder auf ihrem Wertpapier-Depot bei einer Bank oder auf dem Investmentkonto bei der Investmentgesellschaft gutge-schrieben. Zudem kann sich der Anleger die Investmentfondsanteile auch als effektive Stücke (Urkunde) ausgeben lassen. In diesem Fall bezeichnet man die ausgegebenen Stücke als Investmentzertifikate. Durch den Kauf von Anteilsscheinen werden die Anleger zu Mitinhabern am gesamten Fondsvermögen.
Mit dem einbezahlten Geld der Anleger kauft die Investmentgesellschaft Aktien (verschiedener AG´s), Immobilien und/oder verzinsliche Wertpapiere (verschiedener Emittenten).
Kollektive Kapitalanlage:
Dem einzelnen Anleger sind bestimmte Anlageformen aufgrund seiner begrenzten Anlagesumme nicht zugänglich (z.B. Kauf einer Gewerbeimmobilie). Daher sind Großanleger gegenüber Kleinanlegern bevorteilt. Bei Investmentfonds kommen durch die Einzahlungen der vielen Anleger große Anlagebeträge zusammen, sodass der Investmentfonds als Großanleger auftreten kann. Somit werden auch Kleinanlegern (indirekt) Anlageformen zugänglich, die einen hohen Kapitaleinsatz erfordern.
Risikostreuung:
Eines der wesentlichen Merkmale des Investmentsparens stellt die Risikostreuung dar. Schon im ältesten Buch der Welt (Bibel) steht geschrieben: „Verteil dein Gut über sieben oder gar acht Felder, denn du weißt nicht, welches Unglück über das Land kommt“ (Prediger 11, 2).
Auf das Investmentsparen bezogen bedeutet dies, dass die Investmentgesellschaft das einbezahlte Geld der Anleger nach einem bestimmten Portfolio zusammenstellt.
Im Zusammenhang mit Fonds wird unter Portfolio die Zusammensetzung des Fondsvermögens verstanden. Bei einem Aktienfonds ist darunter z.B. die Zusammensetzung des Fondsvermögens in sehr viele Aktien unterschiedlicher AG´s zu verstehen.
Ziel dabei ist, gute Ertragsaussichten, sowie mögliche Kursschwankungen weitgehend auszugleichen. D.h. es wird durch Diversifikation versucht, das Risiko des möglichen Verlustes zu mindern, da Verluste eines Wertpapiers (z.B. Kursverluste einer Aktie) durch Gewinne eines anderen Wertpapiers (z.B. durch Kursgewinne einer anderen Aktie) ausgeglichen werden sollen.
Möchte ein Kleinanleger, indem er direkt in Aktien investiert, eine ausreichende Risikostreuung erreichen, benötigt er zwischen 5.000.- und 10.000.- EURO, wenn er von den 20 stärksten deutschen Aktien nur jeweils eine kaufen möchte. Häufig hat jedoch der einzelne Anleger das dazu notwendige Kapital nicht. Selbst wenn er dieses Kapital hätte, würde sich das für ihn nicht lohnen, da die Banken für den Kauf jedes einzelnen Wertpapiers, Gebühren verlangen. Z.B. müsste er 20 mal 1% des Kurswertes jeder einzelnen Aktie bezahlen, oder jeweils eine Mindestgebühr, die zwischen 5.- und 20.- EURO liegen kann. Das bedeutet, dass er, sofern er bei allen Aktien die Mindestgebühr nicht erreicht, 20 mal z.B. 10.- EURO (also 200.- EURO) allein an Provision bezahlen müsste.
Hinzu kommt eine Maklergebühr (auch als Courtage bezeichnet), welche die Kosten nochmals erhöhen würde.
Bei Investmentfonds dagegen kann man sich schon ab 50.- EURO beteiligen. Dadurch wird auch Anlegern mit geringem Kapital die Möglichkeit eröffnet, an der großen Welt des Wertpiergeschäftes teilzuhaben (vgl. 6.1. Einmalanlage, Sparplan, Entnahmeplan (Auszahlplan) S. 167).
Fremdverwaltung:
Ein Investmentfonds wird durch Dritte (Investmentgesellschaft) verwaltet. Dadurch realisiert sich für jeden einzelnen Anleger des Investmentfonds das Ziel einer wirtschaftlichen Kapitalanlage.
Dahinter steckt die Überlegung, dass zum einen die Fachkenntnisse des einzelnen Anlegers bezüglich einer Direktanlage oft nicht ausreichen und zum anderen hat er häufig gar nicht die Zeit, bzw. die Möglichkeiten, sich intensiv über eine Anlageform zu informieren oder sich auf dem laufenden zu halten. Dies gilt besonders für Wertpapiere die an ausländischen Börsen gehandelt werden.
Bei Investmentfonds ermitteln bzw. wählen erfahrene Fondsmanager günstige Kauf- und Verkaufsgelegenheiten aus (z.B. Aktien) und passen die Zusammensetzung des Fondsvermögens regelmäßig den sich ständig wechselnden Marktverhältnissen an. Dadurch wird dem Anleger das Timing-Problem abgenommen.
Somit ist die Anlage in Investmentfonds für den Anleger, im Vergleich zur Direktanlage, eine sehr bequeme Anlageform, da dem einzelnen Anleger die Arbeit von einem
professionellen Fondsmanagement abgenommen wird.
Zudem wird dem Anleger die Möglichkeit gegeben neue Märkte zu erschließen. Z.B. kann er in einen Aktienfonds investieren, der sein Fondsvermögen hauptsächlich in Japan anlegt. Dadurch wird dem Anleger (indirekt) der Markt „Japan“ zugänglich.
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