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Jede Anlageform (z.B. Investmentfonds, Aktien, Schuldverschreibungen usw.) lässt sich anhand der Kriterien:
Sicherheit
Liquidität und
Rentabilität
beurteilen.
Als weiteres Kriterium ist in diesem Zusammenhang auch noch die steuerliche Behandlung der Erträge zu sehen.
Nachstehend sollen diese Anlagekriterien näher erläutert werden.
Sicherheit:
Im Zusammenhang mit verschiedenen Anlageformen bedeutet Sicherheit die Erhaltung des eingesetzten Kapitals. Zudem muss die Sicherheit einer Anlage immer im Verhältnis mit den Risiken einer Anlage betrachtet werden. Wesentliche Risiken sind:
Kurs- und Wertveränderungsrisiko
Änderungsrisiko
Bonitätsrisiko
Wechselkursrisiko (Währungsrisiko)
Inflationsrisiko
Ausfallrisiko (Totalverlustrisiko) und
Managementrisiko
Liquidität:
Unter Liquidität wird verstanden, wie schnell die jeweilige Anlage wieder in Bankguthaben oder Bargeld umgewandelt werden kann. Dies ist z.B. von Bedeutung, wenn unvorhersehbare Ereignisse eintreten, die eine sofortige Umwandlung in Bargeld zur Folge haben.
Rentabilität:
Die Rentabilität ist das Maß für den wirtschaftlichen Erfolg einer Anlageform.
Es können folgende Erträge in Frage kommen:
laufende Erträge, z.B. Zinsen aus festverzinslichen Wertpapieren
laufende variable Erträge, z.B. Zinsen aus variabel verzinslichen Wertpapieren
und Dividenden aus Aktien
Kurs- und Veräußerungsgewinne, sowie
staatliche Zuwendungen (z.B. Arbeitnehmer-Sparzulage).
Damit die Rentabilitäten verschiedener Anlageformen miteinander verglichen werden können, wird als Kennzahl die sogenannte Rendite eingesetzt.
Rendite:
Unter Rendite versteht man das Verhältnis des jährlichen Ertrages, bezogen auf das eingesetzte Kapital. Gegebenenfalls wird dabei auch die (Rest-) Laufzeit des Wertpapiers mit berücksichtigt.
Für den Anleger ist vor allem die Rendite nach Steuer von Bedeutung, da die meisten Erträge als Einkünfte aus Kapitalvermögen steuerpflichtig sind.
Steuerliche Behandlung der Erträge:
Dieses Kriterium spielt solange keine Rolle, wie der Anleger unter einem bestimmten Sparerfreibetrag bleibt. Wird dieser Freibetrag aber überschritten, sollte dieses Kriterium sehr wohl in die Anlageentscheidung miteinbezogen werden.
Anmerkung: Wie die Rendite und die Steuern von Investmentfonds berechnet werden, wird in den Kapiteln 10 und 11 Grundlagen des Investmentsparens Teil 7 und 8 (vgl. S. 315 und 351) näher beschrieben.
Das „magische“ Viereck der Kapital-/Geldanlage:
Diese vier oben erläuterten Anlagekriterien ergeben zusammen das „magische“ Viereck der Kapital-/Geldanlage
Die vier Anlagekriterien werden nie gleichzeitig optimal zueinander stehen.
Fehler! Keine gültige Verknüpfung.
Anmerkung: Als Geldanlage bezeichnet man Geld, das bis etwa zwei Jahre angelegt wird. Als
Kapitalanlage bezeichnet man Geld, das über zwei Jahre angelegt wird.
Die Kriterien sind also nicht ohne weiteres miteinander vereinbar, d.h. es treten Ziel-konflikte auf.
So bestehen z.B. Zielkonflikte
zwischen Rentabilität und Sicherheit. Das bedeutet, dass eine sichere Anlageform (z.B. Sparbuch)
normalerweise eine niedrigere Rendite erzielt. Umgekehrt kann gesagt werden, dass Chancen auf
überdurchschnittliche Renditen mit einem erhöhten Maß an Risiko verbunden sind. Um diesen Zielkonflikt
zu verdeutlichen wird häufig die sogenannte Anlagepyramide herangezogen. Nachfolgende Abbildung zeigt,
was darunter zu verstehen ist:
Anmerkung: Investmentfonds müssen bezüglich dieses Zielkonfliktes zwischen Rentabilität und
Sicherheit noch weiter differenziert werden, da Fonds in ihrer Ausrichtung sehr spekulativ sein
können. Diese Differenzierung wird unter 9. Grundlagen des Investmentsparens (Teil 6) (vgl. S. 252) vorgenommen.
Des Weiteren besteht auch ein Zielkonflikt zwischen Rentabilität und
Liquidität, da liquide Anlageformen i.d.R. mit einer niedrigen Rendite verbunden sind. Umgekehrt kann auch
hier gesagt werden, dass höhere Renditen mit Anlageformen verbunden sind, über die man längere Zeit nicht
verfügen kann bzw. bei denen man bei frühzeitiger Auflösung Verluste hinnehmen muss (z.B. Kapitallebensversicherung).
Wie diese Kriterien letztendlich zu bewerten sind, hängt von den persönlichen Präferenzen (d.h. von den
Anlagezielen und persönlichen Einflussgrößen) des Anlegers ab. Natürlich ist jeder Anleger daran interessiert,
bei jedem Kriterium das Beste herauszuholen. D.h. im Einzelnen:
hohe Verzinsung des eingesetzten Kapitals (z.B. bei festverzinslichen Wert-
papieren)
hohe und regelmäßige Gewinnausschüttungen (z.B. bei Aktien)
hohe Sicherheit
jederzeitige Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals und
keine Steuerpflicht der erzielten Erträge.
Alle Punkte zusammengenommen würden das Profil einer idealen Kapitalanlage darstellen. Doch kann schon hier
angemerkt werden, dass es keine Anlageform gibt, die alle Kriterien in idealer Weise in sich vereinigt. Wenn
einem Anleger eine Anlageform empfohlen wird, die eine hohe Verzinsung, absolute Sicherheit, hohe Liquidität
und keine Steuerpflicht der erzielten Erträge einbringen soll, ist dem Anleger zu empfehlen auf diese
Anlageform zu verzichten Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Anlageform, die von einem
unseriösen Anbieter angeboten wird und somit die Gefahr besteht, dass der jeweilige Anleger sein Geld verlieren
könnte.
Neben den vier oben genannten Kriterien gibt es zwei weitere wichtige Kriterien, die bei der Beurteilung einer
Anlageform wesentliche Bedeutung haben. Dabei handelt es sich um:
Anlagebetrag
festgeschriebene Anlagedauer
Anlagebetrag:
Bei fast allen Anlageformen wird ein bestimmter Mindestanlagebetrag gefordert. Des Weiteren gibt es Anlageformen,
bei denen per Einmalanlage und/oder per Sparplan investiert werden kann. Sind Mindestanlagebeträge festgelegt, gibt
es sowohl für eine Einmalanlage, als auch für einen Sparplan, Mindestanlagebeträge.
festgeschriebene Anlagedauer:
Viele Anlageformen sind mit einer bestimmten Anlagedauer ausgestattet. D.h., dass während dieses Zeitraums der Anleger
über den Anlagebetrag nicht verfügen kann, bzw. bei vorzeitiger Kündigung Verluste hingenommen werden müssen.
Ausnahme: Sofern eine Anlageform an der Börse gehandelt wird, kann sie trotz einer festgelegten Anlagedauer jederzeit
über die Börse verkauft werden (vgl. hierzu 3. Grundsätzliche Überlegungen (Teil 2) S. 51 u. 58).
Wie die hier dargestellten Anlagekriterien bezüglich der verschiedenen Anlageformen zu beurteilen sind, kann der
Anleger aus der einschlägigen Fachliteratur oder bei einem Beratungsgespräch bei Banken, Sparkassen oder einem
Finanzberater erfahren.
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