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Aktien gehören zu den Mitgliedspapieren.
Dabei handelt es sich um eine Urkunde, die sofern sie als effektives Stück ausgegeben wird,
aus einem Mantel und einem Bogen (Dividendenscheine und Erneuerungsschein) besteht und demjenigen,
der die Aktien gekauft hat, ein Teilhaberrecht an einer AG verbrieft. Der Inhaber der Aktie wird zum
Miteigentümer einer AG.
Die Höhe der Beteiligung hängt vom Nennwert der gekauften Aktien ab. Der Nennwert ist der aufgedruckte Geldbetrag. Dieser beträgt bei einer Aktie i.d.R. 50.- DM. Durch das zweite Finanzmarktförderungsgesetz aus dem Jahr 1994 sind aber auch Aktien mit einem Nennwert von 5.- DM möglich. Des Weiteren gibt es, wie bereits erwähnt, Stückaktien, die nennwertlos sind.
Kauft ein Anleger Aktien, erwirbt er dabei folgende wesentliche Rechte:
Anteil am Gewinn (Dividende)
Stimmrecht in der Hauptversammlung
Anspruch auf junge Aktien (Bezugsrecht)
Anteil bei Auflösung der Gesellschaft
Welche Aktienarten gibt es ?
Aktien lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen. Dabei sind folgende Einteilungen möglich:
Einteilung nach den verbrieften Rechten und Pflichten:
Stammaktie: Diese Aktienart stellt den Normalfall dar. D.h., mit dem Besitz
dieser Aktien hat der Anleger die bereits oben erwähnten Rechte.
Vorzugsaktien: Bei dieser Aktienart haben bestimmte Aktionäre Vorzüge, z.B.
bezüglich der Dividende. Dabei verzichtet der Inhaber als Gegenleistung auf
sein Stimmrecht.
Einteilung nach den Erwerbsberechtigten:
Belegschaftsaktien: Diese Aktien können nur von Mitarbeitern des jeweiligen
Unternehmens bezogen werden
Volksaktien: Diese Aktien können von jedem potentiellen Aktionär erworben
werden
Einteilung nach der Übertragbarkeit:
Inhaberaktien: Der Inhaber der Aktie ist der Besitzer, dadurch können diese
Aktien durch Einigung und Übergabe übertragen werden.
Namensaktien: Die Aktie lautet auf den Namen des Inhabers. Jedoch steht der
Name nicht auf der Aktie, sondern ist im Aktienbuch der Gesellschaft
eingetragen. Bei Verkauf wird der alte Name gelöscht und der neue eingetragen.
Der Vorteil dieser Art besteht darin, dass dem Vorstand der Aktionärskreis
bekannt ist.
Vinkulierte Namensaktien: Für diese Aktienart gilt das gleiche wie für die
normale Namensaktie, jedoch wird bei Verkauf zusätzlich die
Zustimmung der Gesellschaft benötigt.
Dividende:
Wenn eine AG einen Teil ihres Jahresüberschusses an die Aktionäre ausschüttet, spricht man von Dividende. Sie kann als eine Art Verzinsung der Aktie angesehen werden. Wobei einmal gesagt wurde, dass die Dividende der Teil des Gewinns der AG darstellt, den der Vorstand nicht mehr vor den Aktionären verstecken konnte. Die Höhe der Dividende ist nicht konstant, sondern hängt vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab.
Aktien werden auch an der Börse gehandelt. Dabei ist aber zu beachten, dass es Unternehmen gibt, die in der Rechtsform der AG konzipiert sind, deren Aktien aber nicht an der Börse gehandelt werden.
Börsennotierte Aktien:
Aktien die an der Börse gehandelt werden, haben neben dem Nennwert auch einen
Kurswert (der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt). Dies hat den Vorteil, dass sie börsentäglich verkauft werden können. Dadurch verfügen Aktien über eine hohe
Liquidität. Werden Aktien über die Börse gekauft besteht allerdings die Gefahr, dass Kursverluste in Kauf genommen werden müssen. Dagegen besteht aber auch die Chance, Kursgewinne zu erzielen.
Welche Faktoren beeinflussen die Aktienkurse ?
Aktienkurse werden durch folgende Faktoren beeinflusst:
wirtschaftliche Situation des jeweiligen Unternehmens
Spekulationen
Psychologie
volkswirtschaftliche Einflussgrößen
Folgende Tabelle zeigt z.B., welche volkswirtschaftlichen Einflussfaktoren eine positive und welche eine negative Auswirkung auf die Aktienkurse haben. Daneben ist aber zu beachten, dass die Aktienkurse auch wesentlich von den drei anderen (oben erwähnten) Faktoren beeinflusst werden.
Volkswirtschaftliche Einflussfaktoren auf Aktienkurse (2000)
Positive Einflussfaktoren:
niedriges Zinsniveau der Schuldver-
schreibungen
, geringe Arbeitslosenquote, Senkung der Unternehmenssteuern, politische Stabilität
Negative Einflussfaktoren:
hohes Zinsniveau der Schuldver-
schreibungen
hohe Arbeitslosenquote, Anhebung der Unternehmenssteuern, innen- und außenpolitische Krisen
2000:
Tab. 3.1.: Volkswirtschaftliche Einflussfaktoren auf Aktienkurse
Quelle: in Anlehnung an: vgl. Beike, R. u. Schlütz, J.: Börse, ...a.a.O., S. 37
Aufgrund der Tatsache, dass sowohl der Kurs einer Aktie
als auch der Kurs einer Schuldverschreibung (vgl. 3.1.2. S. 51) durch das Zinsniveau der Schuldverschreibungen
beeinflusst wird, ergeben sich folgende Tatsachen:
Steigt das Zinsniveau, fallen die Kurse der Aktien und der Schuldverschreibungen, die an der Börse gehandelt werden.
Für Aktienfonds, als auch Rentenfonds hat dies zur Folge, dass die Anteilspreise sinken.
Sinkt das Zinsniveau, steigen die Kurse der Aktien und der Schuldverschrei-bungen, die an der Börse gehandelt werden.
Für Aktienfonds als auch Rentenfonds hat dies zur Folge, dass die Anteilspreise steigen.
Aktien die nicht an der Börse gehandelt werden:
Hierbei handelt es sich meistens um Aktien von Familienunternehmen. Problematisch ist hierbei der Verkauf dieser Aktien, da zuerst ein Käufer gefunden werden muss.
Risiken der Aktienanlage:
Natürlich sind mit einer Aktienanlage auch Risiken verbunden. Als wesentliche Risiken einer Aktienanlage kommen in Frage:
Kurs- und Wertveränderungsrisiko
Änderungsrisiko
Wechselkursrisiko (Währungsrisiko)
Inflationsrisiko
Ausfallrisiko (Totalverlustrisiko)
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