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3.3.1 Personalpolitische Bedeutung
Gab es früher eine betriebliche Altersversorgung rein aus väterlichem Fürsorge-Gedanken der Unternehmen,
so ist sie heute zu einem wichtigen Bestandteil der Personalpolitik geworden. Der „war for talents“,
wie es die Unternehmensberatung McKinsey vor einigen Jahren formulierte, hat zwar derzeit durch die
schwache Konjunktur etwas an Bedeutung verloren.
Doch noch immer sind gute Mitarbeiter mit hervorragenden
Qualifikationen rar gesät und von den Personalabteilungen heiß begehrt. Um jedoch im Kampf um die besten
Bewerber erfolgreich sein zu können, gehört eine attraktive betriebliche Altersversorgung zu einem Pflichtangebot.
Dabei ist sie heute mehr als nur eine unter vielen Sozialleistungen. Nein, sie ist wichtiger Entgeltbestandteil
und kann bei entsprechender Ausgestaltung zur Steigerung des Firmenimages beitragen und zum entscheidenden
Faktor für die Firmenwahl des Bewerbers werden.
Aber nicht nur für potentielle neue Mitarbeiter ist die BetrAV wichtig. Auch die eigenen Arbeitnehmer
profitieren davon. Durch die ständige Diskussion in der Presse und Öffentlichkeit ist die Rentenproblematik
in den Focus der persönlichen Finanzplanung gerückt. Durch die BetrAV können qualifizierte Mitarbeiter motiviert
und an das Unternehmen gebunden werden. Das senkt die Fluktuationskosten (19). Ebenso dürfte die Identifikation mit
dem eigenen Arbeitgeber steigen, wenn man das Gefühl hat, dass etwas für die eigene finanzielle Absicherung
des Lebensstandards im Alter getan wird (20).
Häufig ist die BetrAV nur eine unter vielen Sozialleistungen im Rahmen eines Cafeteria-Modells. Dort kann
der Mitarbeiter sich unter verschiedensten betrieblichen Angeboten bedienen und sein individuelles „Budget“ verbrauchen.
Will man die BetrAV noch mehr betonen und fördern, so bedarf es zukünftig einer kompetenten Aufklärung durch
die Personalabteilung. Die Mitarbeiter wissen nur um den persönlichen Nutzen der BetrAV, wenn man ihnen die
finanziellen Auswirkungen darlegt und eine Wertschätzung vermittelt. Denn oft wird der Wert der Altersvorsorge
vom Arbeitnehmer erst erkannt, wenn er schon längst aus dem Unternehmen ausgeschieden ist und die persönlichen
Rentenansprüche geltend machen kann. Soll die BetrAV aber einen personalpolitischen Effekt haben, so muss die
Information viel früher ansetzen.
Wie bei vielen personalpolitischen Maßnahmen ist auch bei der BetrAV der effektive Nutzen schlecht messbar, der
monatliche Aufwand ist aber genau bezifferbar. Hier gilt es in der Zukunft, geeignete Kenngrößen zu ermitteln,
die den unternehmerischen Nutzen operational machen.
Fakt ist, dass der Stellenwert der BetrAV bei den Mitarbeitern deutlich gestiegen ist. Dies gilt es zu nutzen,
um gute Mitarbeiter zu gewinnen, zu binden und zu motivieren.
(19): Reiss, C., Reeg M., Betriebliche Altersversorgung, Renaissance durch Riester, aus http://content.bfinance.de
(20): Günther, K., Cox, B., Neujahr, U., Recktenwald, S., Ein Schmuckstück für das Unternehmen, Personalwirtschaft 4/2002, S.22
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